Eine mortgage in Germany for expats ist grundsätzlich möglich, doch Aufenthaltsstatus, Einkommen, Eigenkapital und die finanzierte Immobilie beeinflussen die Auswahl der Banken. Dieser Überblick zeigt, welche Kreditgeber infrage kommen, welche Unterlagen typischerweise verlangt werden und wie sich realistische Finanzierungsszenarien vergleichen lassen.
Welche Kreditgeber finanzieren Expats in Deutschland?
Expats können eine Baufinanzierung direkt bei einer Bank, über eine Bausparkasse oder mithilfe eines Finanzierungsvermittlers anfragen. Die grundlegende Prüfung ähnelt sich, die Annahmekriterien können jedoch erheblich voneinander abweichen.
Direktbanken bieten häufig standardisierte Prozesse und konkurrenzfähige Konditionen. Komplexere Fälle, etwa ein befristeter Aufenthaltstitel, Einkommen aus dem Ausland oder eine erst kurze Beschäftigungsdauer in Deutschland, passen jedoch nicht immer in diese standardisierten Abläufe.
Filialbanken und regionale Institute kennen den lokalen Immobilienmarkt. Das kann bei der Bewertung des Kaufobjekts hilfreich sein. Ihre Auswahl beschränkt sich allerdings auf die eigenen Kreditprodukte und gegebenenfalls wenige Finanzierungspartner.
Bausparkassen kombinieren je nach Produkt ein Bausparguthaben mit einem späteren Bauspardarlehen. Diese Lösung kann für langfristig geplante Käufe oder eine spätere Anschlussfinanzierung interessant sein. Für einen kurzfristig anstehenden Immobilienkauf ist ein noch nicht zuteilungsreifer Bausparvertrag meist keine vollständige Lösung.
Finanzierungsvermittler prüfen die Anfrage bei mehreren Banken. Das ist für Expats besonders relevant, weil eine Ablehnung bei einem Institut wenig darüber aussagt, wie ein anderer Kreditgeber denselben Aufenthaltsstatus oder dieselbe Einkommenssituation bewertet. Interhyp vermittelt Baufinanzierungen und greift nach eigenen Angaben auf mehr als 500 Finanzierungspartner zurück. Ein Vermittler erteilt selbst keine Kreditzusage. Der Darlehensvertrag kommt mit dem ausgewählten Kreditgeber zustande.
Beim Vergleich zählen neben dem Sollzins auch der effektive Jahreszins, die Zinsbindung, der Tilgungssatz, mögliche Sondertilgungen, Tilgungssatzwechsel und Bereitstellungszinsen. Ebenso relevant ist die verbleibende Restschuld am Ende der Zinsbindung.
Voraussetzungen für eine mortgage in Germany for expats
EU-Bürgerinnen und EU-Bürger benötigen für das Leben und Arbeiten in Deutschland grundsätzlich keinen Aufenthaltstitel. Bei Personen aus Drittstaaten prüfen Banken dagegen meist die Art und Laufzeit der Aufenthaltserlaubnis. Eine Niederlassungserlaubnis kann die Auswahl an Kreditgebern vergrößern, ist aber nicht bei jeder Bank zwingend erforderlich. Befristete Aufenthaltstitel werden unterschiedlich bewertet.
Typische Prüfkriterien sind:
- Volljährigkeit und gültiger Identitätsnachweis
- Wohnsitz und Bankverbindung in Deutschland
- gültiger Aufenthaltsstatus, soweit erforderlich
- regelmäßiges und ausreichend hohes Einkommen
- stabile Beschäftigung außerhalb der Probezeit
- positive Bonitätsprüfung
- nachweisbares Eigenkapital
- Wert, Zustand und Lage der Immobilie
- tragbare Monatsrate nach Abzug der Lebenshaltungskosten
Ein unbefristeter Arbeitsvertrag verbessert häufig die Ausgangslage. Eine Finanzierung kann auch mit befristetem Vertrag, während einer kürzeren Beschäftigungsdauer oder bei Selbstständigkeit möglich sein, doch die Zahl geeigneter Banken wird meist kleiner. Selbstständige müssen üblicherweise mehrere Steuerbescheide, Gewinnermittlungen oder Bilanzen und eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung vorlegen.
Banken bevorzugen häufig Einkommen in Euro. Bei Gehalt in einer anderen Währung entsteht für den Kreditgeber ein zusätzliches Wechselkursrisiko. Manche Institute lehnen solche Fälle ab, andere rechnen einen Sicherheitsabschlag auf das anrechenbare Einkommen.
Eine deutsche Staatsangehörigkeit ist keine allgemeine Voraussetzung für den Immobilienkauf oder eine Finanzierung. Entscheidend ist, ob ein Kreditgeber das individuelle Risiko nach seinen Vergaberichtlinien akzeptiert.
Eigenkapital, Kaufnebenkosten und realistische Monatsrate
Zum Kaufpreis kommen Kaufnebenkosten hinzu. Dazu gehören die Grunderwerbsteuer, Notar- und Grundbuchkosten sowie gegebenenfalls eine Maklerprovision. Die Grunderwerbsteuer hängt vom Bundesland ab. Insgesamt können die Nebenkosten je nach Objekt, Standort und Maklerbeteiligung einen erheblichen Anteil des Kaufpreises ausmachen.
Viele Banken erwarten, dass zumindest diese Kosten aus eigenen Mitteln bezahlt werden. Mehr Eigenkapital reduziert den benötigten Kredit und kann den Beleihungsauslauf senken. Dadurch können sich die Auswahl an Kreditgebern und die angebotenen Konditionen verbessern.
Eine Vollfinanzierung ohne Eigenkapital ist in Einzelfällen möglich. Sie setzt meist ein hohes, stabiles Einkommen, eine sehr gute Bonität und eine gut beleihbare Immobilie voraus. Werden zusätzlich zum Kaufpreis auch die Nebenkosten finanziert, steigt das Risiko weiter. Solche Finanzierungen sind häufig teurer und reagieren empfindlicher auf sinkende Immobilienwerte oder einen ungeplanten Verkauf.
Ein zweisprachiger Finanzierungs-Readiness-Rechner kann vor der Anfrage verschiedene Szenarien anhand von Einkommen, Eigenkapital, Aufenthaltsstatus und Kaufnebenkosten darstellen. Die Ergebnisse sollten nachvollziehbar aufschlüsseln, welcher Betrag finanziert werden müsste und welche monatliche Belastung daraus entstehen könnte. Sie sind keine Kreditzusage.
Die im Rechner verwendeten Anforderungen werden durch dokumentierte Abfragen bei Anbietern aktualisiert. Allgemeine Kriterien und Rechenszenarien bleiben dabei klar von individuellen Kreditangeboten getrennt. Erst eine Bank kann nach vollständiger Prüfung der Person, der Unterlagen und des Kaufobjekts eine verbindliche Zusage erteilen.
Zur Monatsrate sollte außerdem eine ausreichende Rücklage für Hausgeld, Instandhaltung, Versicherungen und unerwartete Ausgaben eingeplant werden. Bei Eigentumswohnungen können geplante Sanierungen der Eigentümergemeinschaft zusätzliche Zahlungen auslösen.
Unterlagen vorbereiten und Angebote sinnvoll vergleichen
Eine vollständige Finanzierungsakte verkürzt Rückfragen und erleichtert den Vergleich mehrerer Kreditgeber. Expats sollten in der Regel folgende Dokumente bereithalten:
- Reisepass oder Personalausweis
- Aufenthaltstitel, falls erforderlich
- Meldebescheinigung
- Arbeitsvertrag
- aktuelle Gehaltsabrechnungen
- aktuelle Einkommensteuerunterlagen
- Kontoauszüge und Nachweise über Eigenkapital
- Übersicht bestehender Kredite und finanzieller Verpflichtungen
- gegebenenfalls SCHUFA-Auskunft
- Exposé, Grundriss und Wohnflächenberechnung
- Grundbuchauszug und Flurkarte
- Kaufvertragsentwurf
- Unterlagen zu Modernisierungen oder geplanten Baumaßnahmen
Fremdsprachige Unterlagen müssen je nach Bank übersetzt werden. Ob eine einfache Übersetzung genügt oder eine beglaubigte Fassung verlangt wird, sollte vorab geklärt werden.
Bei der Angebotsprüfung reicht ein Vergleich der Monatsraten nicht aus. Eine niedrige Rate kann aus einer geringen Tilgung entstehen und zu einer hohen Restschuld führen. Sinnvoll ist deshalb ein Vergleich mit identischer Darlehenssumme, Zinsbindung und anfänglicher Tilgung.
Für Expats können flexible Vertragsbedingungen einen höheren praktischen Wert haben als ein kleiner Zinsvorteil. Dazu zählen Sondertilgungen, ein möglicher Wechsel des Tilgungssatzes und ausreichend lange bereitstellungszinsfreie Zeiten. Wer einen beruflich bedingten Umzug nicht ausschließen kann, sollte außerdem die finanziellen Folgen eines vorzeitigen Immobilienverkaufs berücksichtigen.
Häufige Fragen
Können Expats ohne Niederlassungserlaubnis eine Immobilie finanzieren?
Ja, einige Banken akzeptieren auch befristete Aufenthaltstitel. Die Entscheidung hängt unter anderem von der verbleibenden Gültigkeitsdauer, dem Beschäftigungsverhältnis, dem Einkommen, dem Eigenkapital und der Immobilie ab. Eine Niederlassungserlaubnis kann die Auswahl vergrößern, garantiert aber keine Finanzierung.
Wie viel Eigenkapital benötigen Expats?
Es gibt keinen festen Prozentsatz für alle Antragsteller. Häufig sollten mindestens die Kaufnebenkosten aus eigenen Mitteln gedeckt werden. Zusätzliches Eigenkapital kann den benötigten Kredit reduzieren und den Zugang zu günstigeren Konditionen erleichtern.
Ist eine Baufinanzierung ohne deutsche SCHUFA-Historie möglich?
Eine kurze oder fehlende SCHUFA-Historie kann die Prüfung erschweren, führt aber nicht automatisch zur Ablehnung. Je nach Kreditgeber können Kontoauszüge, Nachweise über pünktlich bediente Verpflichtungen oder eine Bankreferenz aus dem Herkunftsland ergänzend berücksichtigt werden.
Ist eine Finanzierungsanfrage bereits verbindlich?
Eine Anfrage oder erste Machbarkeitsprüfung ist normalerweise noch kein verbindlicher Darlehensvertrag. Auch ein Rechnerergebnis oder Finanzierungszertifikat stellt keine endgültige Kreditzusage dar. Verbindlich werden die vereinbarten Konditionen erst mit dem Abschluss des Darlehensvertrags beim Kreditgeber.